Was ist los?

Neues Handwerkertool unterstützt E-Betriebe bei Einrichtung von SteuVE nach § 14a EnWG

· ⏱ 3 min

Quelle: EEBus Initiative e.V.

Die Digitalisierung der Energiewende ist in vollem Gang, und das bedeutet auch, dass Wärmepumpen, Klimageräte, Ladeeinrichtungen und Speicher sowie Photovoltaik-Anlagen (PV), im Rahmen von § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG / ab einer Leistung von 4,2 kW) oder § 9 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) steuerfähig gemacht werden müssen. Eine Aufgabe für e-handwerkliche Betriebe, die damit jedoch auch vor der Herausforderung stehen, nachweisen zu müssen, dass die Kommunikationsfähigkeit der von ihnen installierten Geräte gegeben ist. Besonders relevant wird dies, wenn das intelligente Messsystem – also Smart Meter Gateway (SMGW) beziehungsweise die Steuerbox – zum Zeitpunkt der Installation der steuerbaren Einrichtung noch nicht vorhanden ist und damit der notwendige Kommunikationspartner fehlt. Denn Fachbetriebe müssen nachweisen können, dass die Anlage auch ohne SMGW und Steuerbox an der definierten Übergabestelle kommunikativ erreichbar ist.

Dokumentation und rechtliche Sicherheit 

Abhilfe kann hier ein neues, von der EEBus Initiative e.V. im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Forschungsprojektes DigiWEMS und in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) entwickeltes Tool schaffen. Das "EEBUS Handwerkertool” unterstützt Installateure dabei, die digitale Kommunikationsverbindung im Rahmen der Inbetriebnahme von steuerbaren Energieanlagen einzurichten, zu prüfen und die Erreichbarkeit dieser Anlagen zu bestätigen. Das Tool befindet sich aktuell in einer Beta-Version. Die finale Version mit erweitertem Funktionsumfang ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

"Das Elektrohandwerk ist der entscheidende Partner der Energiewende: Es empfiehlt die passenden Systeme und verantwortet deren Umsetzung beim Kunden. Gemeinsam mit dem ZVEH haben wir deshalb ein Tool entwickelt, das Handwerker direkt bei der Inbetriebnahme unterstützt – es prüft die kommunikative Erreichbarkeit der Anlage und liefert einen klaren Nachweis für Betriebe, Kunden und Netzbetreiber. So machen wir Komplexität beherrschbar”, betont Dr. Gunnar Steg, erster Vorsitzender der EEBus Initiative e.V. 

Und so funktioniert das "EEBUS Handwerkertool"

Für den Einsatz benötigen Fachbetriebe einen Windows-11-Laptop mit RJ45-Anschluss. Um Geräte per QR-Code schnell identifizieren zu können, wird zudem eine Kamera empfohlen. Die Anwendung verbindet sich über den RJ45-Anschluss im anlagenseitigen Anschlussraum (AAR) des Zählerschrankes direkt mit dem einzurichtenden Gerät. Das Tool simuliert dabei eine Steuerbox oder einen CLS-Adapter und stellt fest, ob die Kommunikationsverbindung zur Anlage hergestellt werden kann. Damit setzt es den im VDE-FNN-Hinweis "Inbetriebnahmeprozess der Verbindung zwischen Steuerungseinrichtungen und steuerbaren Einrichtungen” beschriebenen Kommunikationstest der digitalen Schnittstelle in die Praxis um.

Der Handwerker kann damit nachweisen, dass die Anlage kommunikativ erreichbar ist, bevor er die Baustelle verlässt. Nach Abschluss des Prüfvorgangs wird automatisch ein Protokoll als PDF generiert, das als Nachweis zur Erstprüfung abgelegt und an den Kunden weitergegeben werden kann. Dieser kann das Protokoll anschließend an den Verteilnetz- oder Messstellenbetreiber übergeben. 

Damit unterstützt das neue Tool Fachbetriebe nicht nur bei dem vom VDE FNN ausgearbeiteten Inbetriebnahmeprozess. Es erfüllt auch die Dokumentationspflicht und bietet eine rechtliche Absicherung. Denn: Nehmen Kunden zu einem späteren Zeitpunkt Änderungen an ihrer Anlage vor, ist klar dokumentiert, dass der Elektrofachbetrieb zum Zeitpunkt der Übergabe die Kommunikationsverbindung an der definierten Übergabestelle korrekt eingerichtet und bestätigt hat.

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