Kaum ein anderes Großprojekt in Zürich hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen wie das Polizei- und Justizzentrum (PJZ). Für die effiziente Nutzung der Energie sorgt KNX in Verbindung mit über 2.800 Präsenzmeldern von Theben HTS.

„Um einmal das Gebäude zu umrunden, ist man zu Fuß eine gute Viertelstunde unterwegs. Und um sich in den Untergeschossen nicht zu verlaufen, braucht man einen Orientierungssinn wie ein Londoner Taxifahrer.“ So beschreibt der Projektdelegierte des PJZ, Hans-Rudolf Blöchlinger, in seinem Editorial der PJZ diesen einmaligen Bau in Zürich.

 6.800 KNX-Komponenten wurden im Gebäude mitten in Zürich und nah am Bahnhof Zürich-Hardbrücke installiert und parametriert. Es besteht aus dem Verwaltungs- und dem Gefängnisteil, bietet über 2.030 Arbeitsplätze und ist ein spannendes Projekt, da es die Komplexität vieler Gebäude in sich vereint. Ende Januar 2022 nahm es den Betrieb offiziell auf. Das Gefängnis für vorläufig festgenommene Personen sowie für Untersuchungs- und Sicherheitshäftlinge wird seit April genutzt.

 

Keine alltägliche Arbeit für die Planer

 

Marco Andrist von Hefti Hess Martignoni AG, einer der Planer, erklärte die Komplexität auf einem Rundgang wie folgt: „Wir haben eine Turnhalle, eine Anlieferung, große Tiefgaragen, Küchen, Schulungs-, Sitzungs- und Garderobenräume, Büros und vieles mehr. Sogar einen Schießkeller gibt es. Die Vielfalt war für uns Elektroplaner spannend, aber zugleich eine große Herausforderung. So etwas zu planen, ist nicht alltäglich. Ein tolles Projekt!“ Klar, dass man angesichts dieser Dimensionen auch mal ins Schwärmen kommen kann. Und in der Tat, die Bauqualität kann sich sehen lassen. Wer in Zukunft ins Gebäude möchte, um sich einen Eindruck zu verschaffen, wird es nicht mehr so einfach haben. Entweder man arbeitet bei der Polizei oder Justiz, ist ein- oder vorgeladen oder wird auf die unschöne Art in seine temporäre Unterkunft im Gefängnis Zürich West begleitet.

Warum KNX?

 Für den Generalunternehmer HRS Real Estate AG war es wichtig, dass qualitativ gute Komponenten zum Einsatz kommen. Tom Jakob, Projektleiter von HRS, macht eine einfache Rechnung: „Wir sind auch in Zukunft verantwortlich für den Unterhalt. Und wenn wir hier günstiges oder sogar billiges Material einsetzen, fällt das in den nächsten Jahren auf uns zurück. KNX ist bei HRS eine sehr etablierte Technik, und wir haben in der Vergangenheit und auch im PJZ sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Gerade die Herstellerunabhängigkeit, die Qualität und die große Auswahl an Produkten schätzen wir sehr.“ Das sind doch sehr positive Eigenschaften, die der Generalunternehmer in der KNX-Technologie sieht. Natürlich ist für Tom Jakob auch der energieoptimierte Betrieb des Gebäudes ein wichtiges Kriterium, wozu KNX mit seinen vielen Meldern einen wichtigen Beitrag leisten kann.

 Präsenzmelder steigern die Energieeffizienz

 In keinem anderen Bereich kann so viel und so einfach Strom gespart werden wie bei der Beleuchtung. Dank effizienten LED-Leuchtmitteln, wirkungsvollen Sensoren und optimaler Tageslichtversorgung lässt sich der Stromverbrauch für Beleuchtung um mindestens 50 Prozent reduzieren – häufig mit einem Gewinn an Qualität und Komfort. Im PJZ sind rund 2.800 KNX-Präsenzmelder von Theben HTS installiert. Sie sind überall zu sehen, oder eben auch nicht. Denn für den Architekten spielte die Ästhetik der Melder eine wichtige Rolle. Er wollte, dass alle Elemente an den Decken rund sind, also auch die Bewegungs- und Präsenzmelder. Sie sollten auch farblich passen. Theben HTS hat deshalb viele der Melder speziell für dieses Projekt in der entsprechenden RAL-Farbe produziert.

 Wichtig sind die technischen Eigenschaften

 Für Robert Wolfrum, Systemintegrator von Burkhalter Technics AG, bieten die Melder von Theben HTS eine sehr gute und einfach zu konfigurierende Konstantlichtregelung. Weil die gewählten Geräte trotz runder Form einen quadratischen Erfassungsbereich haben, brauchte es relativ wenige davon, was sich auch auf den in der Ausschreibung offerierten Preis ausgewirkt hat. In einem rund 60 Meter langen Verbindungskorridor im Keller zählten wir auf unserem Rundgang nur drei Melder, was für diese Fläche sehr bescheiden ist.

 Schönes Vorzeigeprojekt

 Der Kanton Zürich hat in dieses nachhaltige Projekt viel Geld investiert. Neben der effizienten Gebäudetechnik mit KNX wurde viel getan, um regenerative Energien nutzen zu können. So bietet eine Photovoltaikanlage auf dem Dach rund 350 kW Peak-Leistung, und die Nutzung der Abwärme des Rechenzentrums und der EDV-Räume sowie die Wärmerückgewinnung aus den Lüftungsanlagen tragen ebenfalls zum effizienten Betrieb des Minergie-Eco-zertifizierten Gebäudes bei.