Strom auf dem Mond – das klingt revolutionär und innovativ. Schon bald könnte die Vision Realität werden. Die erfolgreiche Artemis-Mission gilt als Beginn eines neuen Zeitalters, in dem eine Besiedelung des Mondes in künstlichen Habitaten möglich ist. Das Servicemodul der European Space Agency (ESA) sorgte mit vier Solaranlagen für Stromversorgung und Temperaturregelung im Raumschiff. Auf der ees Europe wird eindrucksvoll demonstriert, dass eine Stromversorgung auf dem Mond möglich ist und moderne Energiespeichersysteme keine terrestrischen Grenzen kennen. Der Mond wird im Rahmen der ees Island Challenge zum Testfeld für die Energieversorgung von morgen sowie von Siedlungen auf dem Mond. Die Challenge ist ein Wettbewerb, der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet. Das Ziel ist, innovative Lösungen für eine klimafreundliche Energieversorgung auf Inseln zu entwickeln. Die Fachmesse findet vom 23. bis 25. Juni in der Messe München im Rahmen der The smarter E Europe statt, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft. An den drei Messetagen werden insgesamt 2.800 Aussteller erwartet und mehr als 100.000 Besucher.
Brückenschlag zwischen Innovation und Praxis ist der ees Innovation Hub in Halle B0, wo junge Unternehmen und Innovationen eine Bühne bekommen und so mit der Industrie und Wissenschaft zusammenkommen. Auch jungen Experten und Start-ups bietet die ees Europe eine Plattform, um sie zu fördern und zu unterstützen. Sie tragen viel dazu bei, dass die Energiewende gelingt. In einem exklusiven Ausstellungsbereich in der Start-up Area stellen etwa 170 herausragende Start-ups ihre Ideen vor.
Wettbewerb zur Energieversorgung auf dem Mond
Die ees Island Challenge ist bereits Mitte März gestartet. Sie steht in direktem Zusammenhang mit der Artemis-Mission. Denn bereits 2028 sollen wieder Menschen auf dem Mond landen. Zwei Jahre später will die NASA eine Basis auf dem Mond errichten. Die LUNA-Halle in Köln dient quasi als Mond auf Erden. Sie ist weltweit eine einzigartige Trainingseinrichtung für künftige Missionen und ein gemeinsames Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der ESA. Direkt neben der Halle befindet sich das FLEXHab, eine Art Weltraum-Campingcontainer. Maximal vier Astronauten haben darin Platz. Während einer simulierten Mondmission leben und arbeiten sie dort. Was ihnen jedoch noch fehlt, ist ein leistungsfähiges und autarkes Energiesystem. Genau das soll während der ees Island Challenge entwickelt werden.
Am 12. März 2026 hat die ESA den angetretenen Teams die Aufgabenstellung übergeben. Sie sollen ein Konzept entwickeln, wie der FLEXHab bei künftigen Mondmissionen völlig autark mit Strom versorgt werden kann. Die Teams kommen vom Helmholtz-Institut Berlin/Universität Potsdam und der RWTH Aachen. Ihnen gehören Experten und Nachwuchskräfte aus den Bereichen Photovoltaik und Energiespeicherung an. In den kommenden Wochen werden die Teams daran arbeiten und im Juni ihre Ergebnisse auf der ees Europe vorstellen.
Die ees Island Challenge unterstreicht, wie wichtig Insellösungen sind. Inseln und andere Orte ohne Netzanschluss – wie zum Beispiel Bergdörfer - können zu Laboren für die Energiewende werden. Im kleinen Maßstab lassen sich Ideen erproben und Lösungen entwickeln, um sie dann auf größere Systeme zu übertragen.
